Unsere Highlights 2015

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Das Jahr 2015 war für uns alle ein sehr bewegendes Jahr, denn es ist in der Welt viel passiert. So viel, dass eine ganze Menge Menschen den Weg nach Europa und zum großen Teil nach Deutschland gesucht hat, um Schutz und Hilfe zu finden. Gleichzeitig ist in unserem Land der Ruf nach Veränderung einer bestimmten Gruppe lauter und größer geworden, der mit der Flüchtlingskrise einen Ton angeschlagen hat, der uns letztendlich dazu motivierte die Refugee-Lauftreffs zu begründen…

MITEINANDER

Ja, Du hast richtig gelesen und es richtig verstanden – die Refugee-Lauftreffs sind durch PEGIDA entstanden. Konkret wollten wir zu Beginn mit dem Aufruf zum 1. Refugee-Lauftreff in Dresden unserem persönlichen Umfeld zeigen, dass es Menschen sind – Menschen wie Du und ich – die Zuflucht bei uns suchen und in gewisser Hinsicht auch gefunden haben. Dabei waren auch wir zu Beginn mehr als skeptisch, denn die Leute von denen wir sprechen sehen anders aus als wir, sprechen eine andere Sprache und haben eine andere Kultur. Doch genau das sind letztendlich auch die Dinge, die diese Menschen auszeichnen und eine Begegnung mit diesen so wertvoll für das eigene Leben macht. Trotzdem waren auch wir froh, dass vor uns schon andere den ersten Schritt gewagt und beim Matthäusfriedhof gegenüber der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Bremer Straße in Dresden eine Begegnungsstätte initiiert hatten. Konkret war es das Umweltzentrum Dresden, welches auf dem ungenutzten Friedhofsteil ABC-Tische organisierte, an den man Flüchtlingen begegnen und diesen erste Wörter Deutsch beibringen konnte.

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Die ABC-Tische auf dem Gelände des Matthäusfriedhofs gegenüber der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Bremerstraße in Dresden

Und Deutsch sprechen – sich verständigen können – gehört auch zu den größten Herausforderungen für diese Menschen, unsere Gesellschaft im allgemeinen und zur Organisation der Lauftreffs, wie wir vor allem am Anfang auch erfahren mussten. Dennoch hatten wir es letztendich geschafft – nicht zuletzt mit der Hilfe von Flüchtlingen wie Dhya Alshweehly, der zum Beispiel aus dem Irak kommt, dort in Bagdad studiert hatte und somit gut Englisch konnte. Dieser half uns dabei unser Angebot – den Lauftreff – also etwas was diese Menschen in Ihrem Leben zum Teil noch nie zuvor gemacht hatten – zu kommunizieren und somit die ersten Mitläufer zu gewinnen. Und exakt am 16.09.2015 war es dann auch so weit, dass wir nach nur einer Woche „Vorbereitung“ unseren ersten Lauftreff überhaupt in Dresden – im Ostragehege -, unweit vom Flüchtlingscamp entfernt – durchgeführt haben.

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Die Teilnehmer des ersten Refugee-Lauftreff in Dresden

Es war ein unbeschreiblicher Moment. Ein Moment den man mit Worten kaum wiedergeben kann. Doch wer sich einmal irgendwo fremd vorgekommen ist – im Urlaub oder gar in unserer Gesellschaft beim Treffen einer Gruppe fremder Menschen -, der kann vielleicht Ansatzweise nachvollziehen, wie es sich für die Teilnehmer des 1. Refugee-Lauftreffs angefühlt hat, als diese aufeinander getroffen sind. Aber entgegen dem, dass man auf Abneigung stieß, kam man uns mit großem Interesse und Offenheit entgegen. Dazu verstanden wir uns auch alle auf Anhieb, obwohl wir nicht dieselbe Sprache sprachen und definitiv anders aussahen. Doch vielleicht war es auch genau das, unser ebenfalls sehr auffällig anderes Aussehen – bunt und sportlich – das uns so große gegenseitige Sympathie einbrachte. Letztendlich merkten wir aber auch alle schnell, dass wir alles „nur“ Menschen sind und wurden umso „gleicher“ als auch die Flüchtlinge die Sportkleidung angezogen hatten, die wir für diese aus unseren Kleiderschränken zusammen gesucht hatten. Und als wir dann los liefen – uns gemeinsam auf unsere erste 6 km lange Laufrunde begaben, war das Eis vollends gebrochen und hatten gemeinsam viel Spaß.

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Der erste Refugee-Lauftreff in Bewegung…

Danach ließen wir es einfach Laufen und haben nur zwei Wochen später unseren ersten Lauftreff in Heidenau durchgeführt, wo Sebastian Schliwa – ein in der Laufszene bekannter Ultraläufer – direkt mit Flüchtlingen arbeitete und den Bedarf an einem gleichartigen Angebot schnell erkannte. Einem Angebot an die Flüchtlinge und Einheimischen Vor-Ort zusammen zu kommen, um sich kennenzulernen und miteinander Sport zu treiben. Eben das, was die Refugee-Lauftreffs von Anfang an bis heute sind und weiter sein wollen. Und das dies auch wirklich so war, dass die Nachfrage vor allem seitens der Flüchtlinge nach einer derartigen Beschäftigung groß ist, konnten wir dann auch dort im wahrsten Sinne des Wortes „erleben“…

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Die Teilnehmer des ersten Refugee-Lauftreff in Heidenau…

Das heißt wir erlebten in Heidenau genau das – Menschlichkeit -, was uns seit dem jeden Tag aufs Neue motiviert die Lauftreffs seit nun mehr als 15 Wochen durchzuführen. Und das Ganze mindestens 1 Mal pro Woche trotz aller Unwegsamkeit, wie zeitlich beschränkten Möglichkeiten im Ehrenamt und dem hohen Bedarf an immer wieder neuen Spenden in Form von Sportkleidung und Laufschuhen. Doch der Lohn für diese Mühen sind dann wiederum zusätzlich zu dem direkten positiven Feedback, welches wir von den Flüchtlingen und aus unserem Umfeld bekommen, Erlebnisse wie die 1. Teilnahme mit den Refugee-Lauftreffs an einem regionalen Laufevent – dem Dohnaer Adventslauf -, wo wir mit zwei Gruppen aus Dresden und Heidenau und weiteren rund 300 einheimischen Teilnehmern gestartet sind. Oder die Mitteilung von Mitläufern, die unseren Wirkungskreis verlassen haben, dass diese auch ohne uns an dem Ort, wo sie jetzt sind, weiter in einer kleinen Gruppe laufen gehen und somit für sich eine sinnvolle Beschäftigung gefunden die Zeit des Wartens auf weitere Schritte im Asylverfahren zu überbrücken. Dazu hören und erfahren wir mittlerweile immer davon, dass durch unsere Lauftreffs Antrieb gegeben wird, in anderen Orten ebenfalls solche Aktion zu starten, um den Flüchtlingen mehr dabei zu helfen sich in unserer Gesellschaft integrieren zu können.

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Die Teilnehmer des 10. Dohnaer Adventlaufs von den Refugee-Lauftreffs aus Dresden und Heidenau

Auf jeden Fall haben wir nach wie vor mehr als gute Gründe weiter zu machen, schauen mit diesen Ausführungen auf ein doch schönes Lauftreffjahr 2015 zurück und sind zudem sehr zuversichtlich, dass 2016 noch besser wird. Und wenn Du Dir jetzt gern abschließend noch ein Bild davon machen willst, wie die Lauftreffs der vergangenen Wochen in Dresden und Heidenau genau ausgesehen haben, dann kannst Du dies umfassend in unserer Galerie tun. Und wenn Du uns darüber hinaus gern unterstützen willst, dann findest auf unserer Spendenseite alle weitere Informationen dazu und kannst Dich bei der Gelegenheit auch gleich auf unserer Website über den nächsten Lauftreff in Deiner Näher informieren, zu dem wir Dich hiermit mehr als herzlich einladen!

1 Gedanke zu „Unsere Highlights 2015“

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